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Über mich

 

 

 

    Naturheilpraxis für Hildegard-Medizin  
                  
 
    
Dr. rer. nat. Marina Franziska Bisping 
Apothekerin, Pharmaziehistorikerin, Heilpraktikerin 
    
    
 
 
 
  
 
Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie
Mitglied in der Internationalen Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie
Mitglied in der Gesellschaft für Phytotherapie e. V.

 
 
Nach dem Abitur studierte ich an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn Pharmazie und arbeitete anschließend in Apotheken als approbierte Apothekerin.
 
Neben meiner pharmazeutischen Tätigkeit befasse ich mich seit 1993 mit der Naturheilkunde der Hildegard von Bingen. 1998 legte ich die Heilpraktikerprüfung ab und eröffnete im Jahre 1999 in Bad Honnef meine Naturheilpraxis für Hildegard-Medizin.
 
Über die Tätigkeit in meiner Praxis für Hildegard-Medizin hinaus absolvierte ich an der Philipps-Universität zu Marburg das Studium der Geschichte der Pharmazie. Anschließend promovierte ich über die heilkundliche Anwendung von Dinkel und Weizen in seiner europäischen Tradition. Die Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft hat das Werk als Buch unter dem Titel Dinkel und Weizen – Zwei traditionelle Heilpflanzen veröffentlicht. Es umfasst 558 Seiten und ist mit zahlreichen farbigen Abbildungen und Diagrammen versehen.
ISBN 978-3-8047-3763-1    Preis: 29,90 €
 
Aus dem Inhalt: 

Dinkel und Weizen – Zwei traditionelle Heilpflanzen

Seit Menschengedenken nimmt Getreide in unserem Kulturkreis eine zentrale Rolle in der Ernährung der Bevölkerung ein. Im Verlauf der Evolution entstand aus Einkorn, das als älteste Weizenart gilt, ca. 8000 bis 10.000 Jahre v. Chr. der Emmer, aus dem schließlich zu Beginn des dritten Jahrtausends v. Chr. Dinkel und Weichweizen hervorgingen. Dinkel und Weizen erfuhren über Jahrtausende nicht nur als Nahrungsmittel große Wertschätzung, sondern man erkannte schon bald auch den medizinischen Nutzen der Feldfrüchte bei unterschiedlichen Erkrankungen. Zahlreiche historische Anwendungen von Dinkel und Weizen belegen die Wertschätzung des Getreides als Medizinalpflanzen in vergangenen Zeiten. Dabei wussten die Heilkundigen der damaligen Zeit um unterschiedliche Eigenschaften von Dinkel und Weizen, denn Weizen verwendete man hauptsächlich, äußerlich angewandt, gegen Hautleiden aller Art, beispielsweise gegen infektiös bedingte Hautläsionen, Abszesse oder Beulen.
Dinkel hingegen wurde, innerlich verabreicht, vor allem zur Behandlung von Magen-Darmerkrankungen sowie bei Infektionen der Atemwege genutzt. Dazu gehörten beispielsweise Bronchitis, Lungenentzündung und Rippenfellentzündung.
Heutzutage werden die beiden Getreidearten lediglich als Nahrungsmittel wahrgenommen. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich bei Dinkel und Weizen um völlig identische Pflanzen handele. Doch ein Vergleich der Inhaltsstoffe beider Getreidearten bringt deutliche Unterschiede zutage. So weicht die Zusammensetzung des Klebereiweißes Gluten beim Weizen heutzutage völlig von der des Dinkelglutens ab. Der Grund liegt in einer angestrebten noch besseren Backfähigkeit. Ein weiteres Züchtungsziel ist eine stetige Ertragsmaximierung. Aus diesem Grunde begann man Ende des 19. Jahrhunderts mit der züchterischen Manipulation von Weizen, die seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts zu extremen Veränderungen, vor allem der Glutenzusammensetzung führt. Seit vielen Jahrzehnten sind schwerwiegende Weizenglutenunverträglichkeitsreaktionen wie Allergie und Zöliakie bekannt.
Ferner wird inzwischen eine im Getreide natürlicherweise in geringen Mengen vorliegende Stoffgruppe, die das Korn vor Schädlingen schützt, im Weizen in hohen Mengen hineingezüchtet, um den Ertrag zu maximieren. Erst vor kurzer Zeit wurde erkannt, dass die massive Erhöhung dieser Fraßschutzmittel im Weizen zu dramatischen Erkrankungen führen kann. Diese bleiben nicht auf den Magen-Darmtrakt beschränkt, sondern können den gesamten Körper betreffen. Beispielsweise können solcherlei manipulierte Weizensorten Entzündungsprozesse im Körper hervorrufen oder bereits bestehende Entzündungen verstärken. Dazu gehören vermutlich die zahlreichen Manifestationen des rheumatischen Formenkreises ebenso wie chronische oder stetig wiederkehrende Infektionen innerer Organe, zum Beispiel solche von Bronchien, Lunge, Galle, Harnblase, Nieren und vielen mehr. Darüber hinaus wird ein Zusammenhang zwischen dem Genuss dieser als Hochleistungsweizen bezeichneten Weizensorten und dem Auftreten von neurologischen Beschwerden, Depressionen, Schizophrenie und Autismus gesehen.
Während durch das veränderte Gluten eine einzelne Erkrankung, nämlich Allergie oder Zöliakie hervorgerufen werden kann, haben wir es bei ‘Überdosierung’ der Fraßschutzmittel mit einem großen Komplex von Krankheiten zu tun. Die Wissenschaft steht hier noch am Anfang ihrer Forschung. Möglicherweise kann ein solcher Hochleistungsweizen wesentlich mehr als die zur Zeit bekannten Erkrankungen auslösen.
Dinkel jedoch fristete stets ein Schattendasein und wurde züchterisch kaum beachtet. Aus diesem Grunde stehen auch heutzutage noch alte, züchterisch nicht veränderte Dinkelsorten als Brotgetreide zur Verfügung.

Es scheint als habe Hildegard vor annähernd 1000 Jahren ihr Lob über den Dinkel als Universalheilmittel für unsere Zeit geschrieben. Heutzutage ist es wichtiger denn je, Weizenprodukte zu meiden und stattdessen nicht veränderte Dinkelsorten in jeglicher Form zu sich zu nehmen. Die Untersuchungsergebnisse der vorliegenden Forschungsarbeit legen die Vermutung nahe, dass mit alten Dinkelsorten das Immunsystem gestärkt und das Selbstheilungssystem angeregt, sowie schwerwiegende Erkrankungen gelindert oder geheilt werden können. Ebenso kann ein körpereigener Schutz vor Infektionen, aber auch vor der Entstehung von Krebserkrankungen unterstützt werden.

 

Bisherige Veröffentlichungen

Buch:

Marina Franziska Bisping: Dinkel und Weizen – Zwei traditionelle Heilpflanzen. Mit einem Geleitwort von Sabine Anagnostou. Stuttgart 2017 (Quellen und Studien zur Geschichte der Pharmazie; 112); ursprünglich Diss. rer. nat. Marburg 2017.

Aufsätze in Zeitschriften und Sammelbänden

Marina Franziska Bisping: Wissenstransfer zwischen Ost und West. Internationaler pharmaziehistorischer Kongress in Istanbul. In: Deutsche ApothekerZeitung 41 (2015), S. 130–132.

Marina Franziska Bisping: Wissenstransfer zwischen Ost und West. Internationaler pharmaziehistorischer Kongress in Istanbul. In: Geschichte der Pharmazie 4 (2015), S. 82–84. 

Marina Franziska Bisping / Sabine Anagnostou: Getreide – ein unterschätztes Heilmittel? Traditionelle Anwendung von Feldfrüchten am Beispiel von Dinkel und Weizen sowie ihre heilenden Eigenschaften in unserer Zeit. In: Afife Mat / Halil Tekiner / Burcu Şen (Eds.): The Exchange of Pharmaceutical Knowledge between East and West. Proceedings of the 42nd Congress for the History of Pharmacy 8-11 September 2015, Turkey / Istanbul University Convention Center. Eczacilik Tarihi Istanbul 2016, p. 587.

 
Vorträge und Posterpräsentationen:

Die europäische Tradition von Dinkel und Weizen als Heilpflanzen sowie die züchterischen Veränderungen von Weizen und daraus möglicherweise resultierende weizeninduzierte Erkrankungen habe ich auf folgenden Kongressen und Symposien in einem Vortrag oder als Poster präsentiert:

 
Biennale der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie (DGGP),  20.–22. April 2012, Regensburg.

41. Internationaler Kongress für Geschichte der Pharmazie / 41st International Congress for the History of Pharmacy. 10.– 14. September 2013, Paris, France.  

Internationale Tagung Phytotherapie 2014. 29. Schweizerische Jahrestagung für Phytotherapie. 18. bis 21. Juni 2014, Winterthur, Schweiz.

8. Internationaler Hildegard-Kongress. 17.–19. Oktober 2014, Konstanz.

7. Symposium des Netzwerkes Ethnobiology Schweiz, 24. Januar 2015, Zürich, Schweiz.

42. Internationaler Kongress für Geschichte der Pharmazie / 42nd International Congress for the History of Pharmacy. 08.–11. September 2015, Exchange of pharmaceutical knowledge between East and West. Istanbul, Türkei.

9. Internationaler Hildegard-Kongress. 07.–09. Oktober 2016, Konstanz.

 

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